Predigtgedanken 6.1.2021

Wochenspruch für die neue Woche:

Die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint schon.
1. Johannes 2,8b


Liebe Gemeinde,

bekannte Bibelverse gehören zum diesjährigen Dreikönigstag. Sie erzählen von Zions künftiger Herrlichkeit:

Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir! 2Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. 3Und die Völker werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht.4Hebe deine Augen auf und sieh umher: Diese alle sind versammelt, kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen und deine Töchter auf dem Arm hergetragen werden. 5Dann wirst du es sehen und vor Freude strahlen, und dein Herz wird erbeben und weit werden, wenn sich die Schätze der Völker am Meer zu dir kehren und der Reichtum der Völker zu dir kommt. 6Denn die Menge der Kamele wird dich bedecken, die jungen Kamele aus Midian und Efa. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen und des Herrn Lob verkündigen.

Es sind wunderbare Verse aus dem Schlussteil des Prophetenbuches. Es gibt wohl kaum schönere Worte um zu beschreiben, was eine Verheißung ist. Die Realität der Menschen, denen diese Worte erstmals zugesprochen wurden, war eine andere: Finsternis und Dunkel. Das Volk Israel hat Exil und Fremde durchlebt und durchlitten. Und nun wird ihnen vor Augen geführt und in den schönsten Worten und Szenen ausgemalt, welch strahlende Zukunft sie erwartet: Gottes Herrlichkeit erscheint über den Menschen. Helles Licht, Glanz und Reichtümer erstrahlen. Nicht nur das Volk Israel ist beeindruckt. „Die Völker“ werden sich versammeln und zu Gottes Licht ziehen. Was ist nötig, damit diese Verheißung wirken kann? „Mache dich auf, werde licht.“ Die Menschen müssen sich bewegen und den ersten Schritt tun. Sie müssen „licht“ werden. Ein „lichter“ Raum ist lichtdurch­flutet und hell. Doch wie kann ein Mensch „licht“ werden? Dieses Wort wird nicht mit einem Großbuchstaben geschrieben, sondern ist tatsächlich ein Eigenschaftswort. Ich stelle mir einen Menschen vor, der ergriffen ist von Gottes Herrlichkeit, der Freude ausstrahlt und begeistert ist. Ein weihnachtlicher Mensch, der über das Wunder der Jesu Geburt strahlen kann. Bei der 3. Advents­andacht auf dem Vorplatz des Gemeindehauses, am 11. Dezember, stand der Kanon zu diesem Vers aus dem Jesajabuch im Mittelpunkt „Mache dich auf und werde licht“. Einige von Ihnen haben vielleicht mitgefeiert. Aufgrund der Pandemie fanden sogar im Dezember Gottesdienste im Freien statt. Auch Weihnachten wurde unter diesen Vorzeichen gefeiert, ganz anders als sonst, und sicherlich unvergesslich. Über 200 Kinder und Eltern erlebten einen Weihnachtsgottesdienst an Stationen auf dem Gelände des Pfuhler Schulzentrum. An der Krippe angekommen brachten sie ihr Geschenk für das Jesuskind, einen selbstgebastelten Stern, am Sternenhimmel hinter der Krippe an. So wurde die Krippe immer bunter und schöner. Sie steht jetzt im Pfuhler Gemeindehaus und kann vom Vorplatz aus besucht werden. Am heutigen Dreikönigstag erinnern wir uns an die Aufwartung, die die Weisen aus dem Morgenland dem Neugeborenen gemacht haben. Auch im Schlussvers dieser Bibelstelle im Jesajabuch findet sich ein kleiner Anklang: Wenn Gottes Herrlichkeit erstrahlt, werden viele Kamele dabei sein. Sie kommen aus dem märchenhaften Saba, aus dem Morgenland und bringen Gold und Weihrauch. Ein wunder­barer Schlussakkord der beeindruckenden Szene! Möge sie uns am diesjährigen Dreikönigstag in Erinnerung bleiben

Amen


Lied: Evang. Gesangbuch Nr. 70: Wie schön leuchtet der Morgenstern

1) Wie schön leuchtet der Morgenstern, voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn uns herrlich aufgegangen. Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräutigam, du hältst mein Herz gefangen. Lieblich, freundlich, schön und prächtig, groß und mächtig, reich an Gaben, hoch und wunderbar erhaben.

2) Du meine Perl, du werte Kron, wahr Gottes und Marien Sohn, ein König hochgeboren! Mein Kleinod du, mein Preis und Ruhm, dein ewig Evangelium, das hab ich mir erkoren. Herr, dich such ich. Hosianna. Himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen.

4) Von Gott kommt mir ein Freudenschein, wenn du mich mit den Augen dein gar freundlich tust anblicken. Herr Jesu, du mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Nimm mich freundlich in die Arme und erbarme dich in Gnaden. Auf dein Wort komm ich geladen.

Fürbittengebet:

Ewiger Gott, allmächtiger Vater! Dein Sohn Jesus Christus, das Kind von Bethlehem ist das Heil der Welt, das Du für uns bereitet hast. Dafür danken wir Dir und bitten Dich: Lass Dein Licht über uns aufgehen, dass es hell wird in uns und um uns, und wir in den Worten und Taten unseres Lebens Zeugen Deiner Herrlichkeit werden


Der Herr segne euch und behüte euch,
der Herr lasse leuchten sein Angesicht über euch und sei euch gnädig,
der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden

Ihre Pfarrerin Katja Baumann

Vom 1. Advent an bis heute haben Sie die schriftlichen Predigt­gedanken begleitet. Diesmal waren es überwiegend Konfis, die das Gemeindegebiet zu Fuß oder mit dem Fahrrad durchstreift haben, und sie in Ihre Briefkästen gebracht haben.

Vielen herzlichen Dank den fleißigen Austrägern!

Wie es nun weitergeht, wissen wir im Moment noch nicht. Aber wir bleiben im Kontakt! Bitte schauen Sie in die Schaukästen und auf unsere Homepage.