Predigtgedanken zum Lukasevangelium 5,1 – 11

Wochenspruch:

Aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es.

Epheser 2,8

Liebe Gemeinde!

(das rote Parament der St. Jakobskirche mit dem Fischerboot)

unser heutiger Predigttext könnte gar nicht passender sein. Denn an diesem Sonntag feiern wir nun zum dritten und letzten Mal für diesen Sommer Konfirmationen in unserer Gemeinde. Und um was geht es denn sonst, als junge Menschen zu gewinnen, in ihrem Leben Jesus zu vertrauen und ihm nachzufolgen? Lesen Sie den Predigttext zum Fischzug des Petrus:

1 Es begab sich aber, als sich die Menge zu Jesus drängte, zu hören das Wort Gottes, da stand er am See Genezareth. 2 Und er sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. 3 Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus. 4 Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus! 5 Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen. 6 Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische und ihre Netze begannen zu reißen. 7 Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und ihnen ziehen helfen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, sodass sie fast sanken. 8 Da Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch. 9 Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst und alle, die mit ihm waren, über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten, 10 ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen. 11 Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.

Immer wieder sind Menschen aufgebrochen, haben Neues gewagt in ihrem Leben, weil sie auf Gott und seine Verheißung für ihren Lebensweg vertraut haben. Der erste, der dies wagte, war Abraham, der auf Gottes Wort hin auszieht und in das Land kommt, das Gott ihm und seinen Nachkommen versprochen hat. Auch die Fischer gehen diesen Weg. Am Anfang noch zweifeln sie. Was Jesus ihnen vorschlägt, widerspricht doch aller Erfahrung und Vernunft! Mitten am Tag zu fischen? Es noch einmal zu versuchen, obwohl man sich doch schon vergeblich bemüht hat? Petrus vertraut auf Jesu Wort und versucht es tatsächlich erneut. Der Erfolg überwältigt ihn, so dass er erschrickt. Er erkennt das Göttliche im Menschen Jesus. „Fürchte dich nicht!“ So wie der Engel Gabriel einst zu Maria gesprochen hat und zu den Hirten auf dem Felde, so spricht Jesus zu den Menschen, die er in seine Nachfolge ruft. Die Fischer lassen ihre Netze zurück und werden zu Jüngern und später zu Aposteln. Im Aufbruch steckt eine unglaubliche Freiheit. Wer wagt, der gewinnt. Eigentlich waren die Fischer ja ganz normale

Menschen. Aber sie waren bereit, Altes aufzugeben und mit Gott neue Wege zu gehen. Sie dürfen erfahren: Die übervollen Netze sind erst der Anfang unzähliger wunderbarer Erfahrungen. Wer Jesus folgt, entdeckt immer tiefer, wo Gott auf Erden Wohnung nimmt. Jesus spricht einen tollen Satz zu Petrus: „Fahre hinaus, wo es tief ist“. Im Oberflächenwasser wird man keine Fische fangen können. Es kostet Mühe und Anstrengung. Man muss tiefer und weiter blicken, um auf den Grund der Dinge zu kommen. Da müssen vielleicht auch tiefe Löcher gebohrt werden, bis man etwas verstehen kann und sich Zusammenhänge erklären lassen. Der Theologe Paul Tillich hat in einem Aufsatz diesen Gedanken weiter entfaltet „In der Tiefe steckt Wahrheit“. Jesus macht Mut, sich anzustrengen und wirklich Mühe zu geben, manchmal auch wider alle Erfahrungen und wider alle Vernunft. Der Erfolg kann dann überwältigen und Gottes Wirken in der Welt aufscheinen lassen. Dies wünsche ich unseren Konfirmandinnen und Konfirmanden, dass sie sich ermutigen lassen, in die Tiefe zu gehen, weiter zu fragen, nicht aufzugeben auch nach Rückschlägen. Dass sie sich ermutigen lassen zu einem Leben im Glauben und Vertrauen auf Gott. Amen

Lied: #lautstärke Nr. 1 Auf dich vertraun (aus dem Konfirmationsgottesdienst):

Du nimmst mich so hin, / wie ich wirklich bin. / Zweifel ich an mir, / find ich Kraft in dir. / In der schwersten Zeit, / in der Dunkelheit / leuchtet mir dein Licht, / schenkst mir klare Sicht. / Meine Worte können gar nicht / zeigen, Gott, was du mir alles gibst. / Ich bin dir so dankbar und sing laut, / weil du mich unbeschreiblich liebst. / Na na na na …. Ich kann auf dich vertraun!

Fürbittengebet:

Du Gott des Lebens, wir bitten dich für unsere Gemeinde und ganz besonders für die jungen Menschen. Schenke uns allen Mut und Kraft und Zuversicht auf unserem Glaubens- und Lebensweg. Mach uns zu Jüngerinnen und Jüngern und lass uns die frohe Botschaft in die Welt tragen.

Du Gott des Lebens, wir bitten dich für Menschen in Not hier bei uns und überall auf der Welt. Lass uns diese Not wahrnehmen und erkennen und Wege finden, sie zu lindern. Amen

Vaterunser

Es segne und behüte euch der allmächtige und barmherzige Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist!

Ihre Pfarrerin Katja Baumann

Am Sonntag, den 12. Juli finden noch einmal zwei Konfirmationsgottesdienste statt. Wir feiern mit den geladenen Gästen in der St. Ulrichkirche, Pfuhl. Bitte schließen Sie unsere Konfirmanden in Ihr Gebet ein und feiern Sie an diesem Sonntag den Fernsehgottesdienst mit oder nehmen ein online-Angebot wahr. Vielen Dank! Die St. Jakobskirche, Burlafingen, wird für das persönliche Gebet wieder von 18 bis 19 Uhr geöffnet sein.

Am Sonntag, den 19. Juli wird Pfarrer Robert Pitschak in den Ruhestand verabschiedet. Der Festgottesdienst findet um 18 Uhr in St. Ulrich, Pfuhl, statt. Dazu ist natürlich auch die Gemeinde herzlich eingeladen! Um planen zu können, melden Sie sich bitte im Pfarramt an (pfarramt.pfuhl-burlafingen@elkb.de oder Tel.: 719292). Da die Plätze in der Kirche Corona-bedingt beschränkt sind, werden Bänke im Kirchgarten aufgestellt und es findet eine Tonübertragung statt, damit Sie auch vom Garten aus mitfeiern können. Ab 19 Uhr wird ein kleiner Empfang, ebenfalls im Kirchgarten, sein. Bei Regen weichen wir vermutlich in das Foyer des Gemeindehauses aus.