Wie wir das Wort „C-O-R-O-N-A“ buchstabieren lernten

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Es war eine bedrückte Stimmung im Gottesdienst am 15. März. Frau Wagner hielt diePredigt und stockte bei den Abkündigungen. Spontan hatte ein Gemeindeglied Einkaufshilfe für Senioren angeboten. Kirchenkaffee konnte nach dem Gottesdienst schon nicht mehr stattfinden. Die vollen Kaffeekannen wurden wieder nach Hause getragen. Nachdem am Freitag die Schulschließung bekannt gegeben worden war, war klar, dass es große Veränderungen für alle geben würde. Wann würden wir uns wiedersehen? Wann wieder Gottesdienste miteinander feiern können?

Dass der Spuk nicht so schnell vorüber sein würde, wurde mir klar, als mir eine Ärztin am Telefon erzählte, dass die Pandemie-Pläne für die jährliche Übung im Krankenhaus über 300 Tage gehen würde. Das würde ja bedeuten, fragte ich sie, dass wir uns fast ein Jahr lang mit „Corona“ auseinandersetzen müssten. Ja, vielleicht sogar länger, war die ernüchternde Antwort. Was dann folgte, wissen Sie alle. Man igelte sich zu Hause ein, so gut es ging. Die Hamsterkäufe begannen, die Verunsicherung war groß. Niemand hatte ja Erfahrung mit einer solchen Situation. Dann kamen die schrecklichen Bilder über die Medien von den vielen Toten in unseren europäischen Nachbarländern. Eine Art Schockstarre setzte ein.  „Man muss lange suchen, um ein Land zu finden, in dem man diesen Sturm lieber überstehen möchte als in Deutschland.“ So zitierte unser Landesbischof Bedford-Strom einen Journalisten in seiner Predigt. Wie so viele in unserer Gemeinde habe auch ich am ersten Sonntag im Mai den Fernsehgottesdienst im ZDF mitgefeiert. Als wir mitten drinnen waren in dem Sturm, wussten wir das noch nicht. Jetzt, da Erleichterungen und

Öffnungen wieder möglich sind, ist es gut innezuhalten, auch in großer Dankbarkeit. 

Was bedeutet Corona für unsere Gemeinde? Am Anfang stand alles Kopf. Keine Gottesdienste vorbereiten, wie konnte das sein? Viele Termine und Treffen mussten abgesagt werden, sogar Taufen und eine Trauung. Das Telefon stand nicht mehr still. Der Austausch über alle möglichen Medien und Kanäle erreichte Höhenflüge. Im gefühlten Sekundentakt erreichten uns neue Informationen. Wir haben noch in der ersten Woche auf schriftliche Predigtgedanken umgestellt. Über die Briefkästen, Mailkontakte und die Internetseite werden sie seitdem in der Gemeinde an Interessierte verteilt. Der Verteiler ist von Woche zu Woche angestiegen und größtenteils sind es Mitglieder unseres Kirchenvorstandes, die jeden Samstag unser Gemeindegebiet ablaufen und die Predigtgedanken in die Briefkästen stecken.

Außerdem aktualisieren wir ständig unsere Webseite. Ein Blick lohnt sich sehr! Auf der Bildergalerie bekommen Sie auch einen Überblick über die vergangenen Sonntage und die Osterfeiertage. Einen kleinen Ausschnitt sehen Sie bei den Fotos (Seite 10).

Langsam beginnt wieder ein Stück weit Normalität, doch Corona hat auch in unserer Gemeinde einiges durcheinandergewirbelt. Hier das Wichtigste für Sie im Überblick:

  • Alle Gruppen und Kreise entfallen noch im Moment.
  • Statt persönlicher Besuche zu runden Geburtstagen stellen wir einen Gruß an die Tür und telefonieren mit den Jubilaren.
  • Gottesdienste finden vorerst nur in St. Ulrich um 10:15 Uhr statt. Überhaupt ist unser Gottesdienstplan noch mit vielen Fragezeichen versehen.
  • Die St. Jakobskirche in Burlafingen wird für das persönliche Gebet am Sonntagabend von 18-19 Uhr geöffnet.
  • Die Jubelkonfirmation musste verschoben werden, wahrscheinlich auf den 6. Dezember.
  • Unser Mitarbeiterdank zu Johanni im Juni kann nicht mit einem Grillfest und Johannisfeuer im Burlafinger Gemeindehausgarten stattfinden. Wir finden einen anderen Weg, um uns bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern herzlich zu bedanken!
  • Das Jakobsfest zum 200. Jubiläum der St. Jakobskirche kann nicht im Juli gefeiert werden. Der Ersatztermin ist Sonntag, der 18. Oktober. Es predigt der Regionalbischof A. Piper.

Noch offen ist, wie und wann wir in diesem Sommer Konfirmationen feiern. Auch in den Tagen, in denen wir diesen Gemeindebrief fertigstellen, kommen täglich neue Emails mit Informationen und Anweisungen, was nun erlaubt ist und welche Hygienemaßnahmen ergriffen werden müssen. Wir bitten Sie deshalb sehr, nutzen Sie unsere Webseite und die Schaukästen, um sich über den aktuellen Stand zu informieren!

Ihre Pfarrerin Katja Baumann